09.09.26 – Digitale Fertigungslösungen
Fit für steigende Stückzahlen
MT Aerospace betreibt eine heterogene Maschinenlandschaft unterschiedlichster Hersteller. Das Manufacturing Execution System „COSERA“ von GROB verbindet diese Anlagen und schafft eine gemeinsame Datenbasis.
Die Raumfahrt erlebt einen Aufschwung. Neue Trägerraketen, mehr Satellitenstarts und steigende Anforderungen an Luft- und Raumfahrt sowie den Defence-Bereich sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Produktion neu ausrichten müssen. Mit dem Wachstum der Branche steigen auch die Anforderungen an die Produktion. Aus einer Fertigung mit vergleichsweise kleinen Stückzahlen wird Schritt für Schritt eine industrielle Produktion mit deutlich höheren Ausbringungsmengen. Auch MT Aerospace steht vor dieser Entwicklung. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Augsburg entwickelt und fertigt unter anderem Tanks und Strukturbauteile für die europäische Trägerrakete Ariane 6 sowie Komponenten für Satelliten, die Luftfahrt und den Defence-Bereich. Mittlerweile sind es mehrere tausend Bauteile pro Jahr.
Ein System, das zur Produktion passt
Als MT Aerospace nach einem Nachfolgesystem für sein bestehendes MES suchte, standen mehrere Anbieter zur Auswahl. Das vorhandene System erfüllte die Anforderungen der wachsenden Produktion nicht mehr. Gesucht wurde deshalb eine Lösung, die sich nahtlos in die bestehende Systemlandschaft einfügt und gleichzeitig genügend Flexibilität für zukünftige Anforderungen bietet. Ziel war mehr Transparenz in den Abläufen, damit die Mitarbeiter jederzeit sehen, welche Aufgaben anstehen und wie sie sich vorbereiten können. Um diese Transparenz zu schaffen, entschied sich MT Aerospace für das Manufacturing Execution System „COSERA“ von GROB – und das, obwohl im Unternehmen keine einzige Maschine des Mindelheimer Maschinenbauers im Einsatz ist.
Kernanforderung: Rückverfolgbarkeit und Qualitätsdokumentation
In der Luft- und Raumfahrt gelten höchste Anforderungen an Qualität und Dokumentation. Nahezu jedes gefertigte Bauteil bei MT Aerospace besitzt eine eindeutige Seriennummer. Jeder Bearbeitungsschritt muss vollständig nachvollziehbar sein. Mit Cosera stehen die gesamten Informationen zentral für MTA zur Verfügung. Auftragsstatus, Verzögerungen und Abweichungen werden sichtbar, ohne Papierlaufkarten durchsuchen zu müssen. Für die Einführung waren eigentlich rund zweieinhalb Jahre geplant, aber schon drei Wochen nach Projektstart lief Cosera bereits auf den Servern von MT Aerospace. Nach einem Pilotprojekt in der additiven Fertigung folgte der Rollout Schritt für Schritt in weitere Bereiche. MT Aerospace und Grob-Werke arbeiteten dafür in regelmäßigen Workshops zusammen, auch an Schnittstellen zu SAP und dem Qualitätsmanagement.
Maschinen überwachen, statt auf Störungen zu warten
Für Anlagen-Bediener bündelt Cosera Zeichnungen, Stücklisten, Messdaten und Arbeitsanweisungen direkt am Auftrag; Rückmeldungen wie Maschinen- oder Rüstzeiten sollen sich mit wenigen Klicks erfassen lassen. Zusätzlich nutzt MT Aerospace die Maschinendatenerfassung von Grob: Zustände und Leistungsdaten werden verfügbar, Programme lassen sich analysieren, Stillstände automatisch melden. Bei mannlos betriebenen Anlagen werden Verantwortliche bei Störungen automatisch via Handy-Nachricht informiert. Sensoren überwachen zudem Füllstände in der additiven Fertigung und melden Bedarf, bevor Material fehlt.
Transparenz über alle Prozesse hinweg
Immer mehr Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Fertigung von Einzel- oder Kleinserien auf höhere Stückzahlen auszurichten. Dabei spielt es keine Rolle, welche Maschinen bereits vorhanden sind. Entscheidend ist die Transparenz über alle Prozesse hinweg. Mit Cosera hat MT Aerospace dafür die Grundlage geschaffen. Die Fertigung ist transparenter geworden, Entscheidungen basieren auf Echtzeitdaten und Mitarbeiter greifen schneller auf alle relevanten Informationen zu. Voraussetzungen, die notwendig sind, um den geplanten Ausbau der Produktion erfolgreich umzusetzen.



