21.05.26 – Rapid.Tech 3D in Erfurt
Auch Fachleute besuchten "Short Courses" für ein aktuelles Backup
Die Rapid.Tech 3D setzte ihren Fokus auf Wissenstransfer in der Additiven Fertigung; mit einer Kombination aus Fachkongress, Ausstellung und Foren.
Experten aus Industrie, Forschung und Entwicklung diskutierten in Erfurt die technologischen, wirtschaftlichen und strategischen Perspektiven des Additive Manufacturing und unterstrichen dabei die Bedeutung der Rapid.tech 3D als Plattform für den fachlichen Austausch. Der dritte Veranstaltungstag rückte insbesondere strategische Anwendungen Additiver Fertigung, industrielle Produktionslösungen sowie wissenschaftliche Entwicklungen in den Mittelpunkt.
Die Keynote von Prof. Dr. Fernando Lasagni aus Spanien, Gründer von novaindef, zeigte, welche Rolle Additive Fertigung künftig im Verteidigungsumfeld spielen kann. Anhand konkreter Beispiele aus Luftwaffe, Marine und Landstreitkräften berichtete Lasagni von mobilen und zertifizierten Fertigungseinheiten, die in Containerlösungen integriert und flexibel verlegbar sind. Dadurch können Ersatzteile direkt vor Ort produziert werden, um die Einsatzfähigkeit von militärischem Gerät deutlich schneller wiederherzustellen.
Im Forum Aerospace & Defence diskutierten Experten aus Industrie und Forschung über Additive Fertigung für sicherheitskritische Anwendungen, Lieferketten und flexible Produktionsstrategien. Dabei wurde sichtbar, dass additive Technologien zunehmend zu einem strategischen Faktor für die Verfügbarkeit komplexer Systeme werden. Die Panel-Diskussion unterstrich zudem, wie wichtig europäische Unabhängigkeit und Kompetenzbündelung im Defence Bereich sind.
Rückenwind von einem Verband
Das Forum Solutions for AM Industry powered by VDMA widmete sich industriellen Lösungen für automatisierte AM-Prozessketten. Im Fokus standen effiziente Produktionsstrategien, digitale Prozessintegration sowie die zunehmende Industrialisierung von 3D. Die Vorträge zeigten, wie Unternehmen additive Technologien immer stärker in bestehende Produktionsumgebungen integrieren und dadurch neue wirtschaftliche Potenziale erschließen. Das Forum zeigte aber auch deutlich, dass Additive Fertigung im Gesamtkontext industrieller Fertigung betrachtet werden muss und wie bestehende Fertigungsketten durch AM sinnvoll ergänzt werden können.
Das wissenschaftliche Forum AM Science präsentierte aktuelle Forschungsarbeiten rund um Werkstoffe, Prozesssimulation, Fertigungsparameter und Qualitätsmanagement. Die Beiträge machten deutlich, wie wichtig wissenschaftliche Grundlagenarbeit weiterhin für stabile, reproduzierbare und wirtschaftliche additive Prozesse ist. Der Schwerpunkt des Forums lag klar auf Untersuchungen und Forschung zu Prozessparametern und Materialien in der additiven Fertigung von Metallteilen mittels LPBF-Verfahren.
Schnelll auf Stand
Zudem gab es auf der Veranstaltung "Short Courses", die praxisnahes Fachwissen und zertifizierte Weiterbildungsmöglichkeiten rund um additive Fertigung vermittelten. Das neue Format stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse und unterstrich die wachsende Bedeutung qualifizierter Weiterbildung im Bereich Additive Manufacturing.
Exzellenzpreise und Awards
Ein besonderer Höhepunkt war die erstmalige Verleihung des Exzellenzpreises für innovative industrielle Anwendungen Additiver Fertigung. Überreicht wurde die Auszeichnung von Thüringens Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Colette Boos-John. Der erste Preis ging an Tobias Geiger von Bausch+Ströbel SE + Co. KG für das Projekt „Additiv gefertigte Zuführbahn für Pilzstopfen zum Verschluss pharmazeutischer Objekte“. Platz zwei belegte Patrick Findeklee von Siemens Energy Global GmbH & Co. KG mit der Arbeit: „Emissionssenkung großer Gasturbinen durch additiv gefertigte Leitschaufeln.“ Der dritte Platz ging an Dr. Sebastian Katona von der Siemens Mobility GmbH mit seiner „Vollständig 3D-gedruckten Frontverkleidung eines Schienenfahrzeugs“.
Zusätzlich wurde im Rahmen der Veranstaltung der Best Paper Award verliehen. Ausgezeichnet wurde Dr. Jan Wegner von der Universität Duisburg-Essen für sein Paper „Simulationsgestützte Legierungsentwicklung und In-situ-Legieren von Medium-Entropie-Legierungen im Laser Powder Bed Fusion“. Der Best Paper Award wurde von Prof. Dr. Vesna Groha und Dr. Stefan Kleszczynski als Vertreter der wissenschaftlichen Review-Kommission überreicht.



