18.09.26 – Produktion im Maschinen- und Anlagenbau: Wachstum für 2027 absehbar

Maschinenproduktion 2026 schwächer als erwartet

Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland schrumpft 2026 voraussichtlich das vierte Jahr in Folge. Wegen der schwachen Entwicklung im laufenden Jahr revidieren die Volkswirte des VDMA ihre Produktionsprognose für 2026 von Stagnation auf ein reales Minus von 2 %. Für 2027 zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab: Erwartet wird ein reales Produktionsplus von 3 %.

VDMA-Chefvolkswirt-Dr--Johannes-Gernandt--Copyright-VDMA.jpg

„2026 wird damit voraussichtlich das vierte Jahr mit Produktionsrückgang in Folge“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt. © VDMA

 

„2026 wird damit voraussichtlich das vierte Jahr mit Produktionsrückgang in Folge. Die bessere Auftragslage und die leicht aufgehellten Erwartungen sprechen aber dafür, dass die Produktion 2027 wieder wächst“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt.

Die Abwärtsrevision für 2026 folgt aus der anhaltend schwachen Produktion: In den ersten sieben Monaten lag sie real 4,1 % unter dem Vorjahresniveau. Die technischen Kapazitäten blieben deutlich unterausgelastet. Zugleich senden einige Frühindikatoren positive Signale. Die preisbereinigten Auftragseingänge stiegen in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres um 5 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders kräftig legten die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern mit 14 % zu. Auch die Geschäftserwartungen hellten sich zuletzt leicht auf. Dies sollte in der zweiten Jahreshälfte auch in der Produktion ankommen, wird aber nicht ausreichen, um die schwache erste Jahreshälfte auszugleichen. In der Breite des Maschinen- und Anlagenbaus sind diese Impulse ohnehin noch nicht angekommen. Die Nachfrage aus dem deutschen Binnenmarkt bleibt deutlich hinter dem Ausland zurück.

Für 2027 erwarten die VDMA-Volkswirte, dass eine – trotz zahlreicher Herausforderungen – robuste Weltwirtschaft, steigende Ausrüstungsinvestitionen und fiskalische Impulse in Deutschland die Produktion stützen. Neben staatlichen Investitionen dürfte sich auch die private Investitionstätigkeit moderat beleben. Die Erholung bleibt jedoch mit erheblichen Risiken behaftet: Hohe geopolitische Unsicherheit, das erhöhte Zinsniveau und die anhaltend schwache Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland können die Trendwende gefährden. „Das erwartete Produktionsplus von 3 % beendet voraussichtlich eine vierjährige Talfahrt. Ein nachhaltiger Aufschwung wird daraus aber nur, wenn bessere Investitionsbedingungen privates Kapital mobilisieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland wieder gestärkt wird“, betont Dr. Gernandt.

www.vdma.eu/de/