23.04.26

KI wird zum Wettbewerbsfaktor in der Drahtindustrie

Digitalisierung ist in der Draht-, Kabel- und Umformtechnik längst mehr als ein Schlagwort. Doch während Maschinen vernetzt sind und Produktionsdaten erfasst werden, bleibt das Potenzial Künstlicher Intelligenz (KI) in vielen mittelständischen Unternehmen noch ungenutzt.

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„Viele Unternehmen verfügen bereits über umfangreiche Daten – entscheidend ist, diese strukturiert nutzbar zu machen und strategisch einzusetzen“, so Netzwerkmanager Stefan Szkudlapski. © Netzwerkdraht

 

Genau hier setzt eine neue Workshopreihe des netzwerkdraht e.V. an: Mit einem Kick-off soll im Juli 2026 das strukturierte Qualifizierungsprogramm „Künstliche Intelligenz in der Drahtindustrie“ starten.

Vom Datensammeln zum Nutzen

Steigende Qualitätsanforderungen, zunehmende Variantenvielfalt, volatile Rohstoffmärkte und Fachkräftemangel erhöhen den Handlungsdruck. KI kann helfen, aus vorhandenen Daten echten Mehrwert zu generieren – etwa durch:

– Predictive Maintenance zur Vermeidung ungeplanter Stillstände

– automatisierte Oberflächen- und Maßprüfung mittels Bilderkennung

– datenbasierte Prozessoptimierung beim Ziehen und Umformen

– intelligente Bedarfs- und Absatzprognosen

– KI-gestützte Angebots- und Kommunikationsprozesse im Vertrieb

„Viele Unternehmen verfügen bereits über umfangreiche Daten – entscheidend ist, diese strukturiert nutzbar zu machen und strategisch einzusetzen“, so Netzwerkmanager Stefan Szkudlapski.

Auftakt im Juli 2026 – Vertiefung nach der Sommerpause

Die Reihe beginnt im Juli 2026 mit einem kompakten Einführungsmodul. Vermittelt werden Grundlagen, Technologien, Chancen und Grenzen der KI sowie konkrete Anwendungsbeispiele aus der Drahtverarbeitung.

Nach der Sommerpause folgen vertiefende Module, die flexibel als Halbtages- oder Tagesveranstaltungen angeboten werden. Unternehmen können je nach Funktionsbereich gezielt Schwerpunkte setzen.

Die Module im Überblick

– Einführung in KI für die Drahtindustrie

Begriffe, Technologien (Machine Learning, Computer Vision, generative KI), Praxisbeispiele und Identifikation erster Einsatzfelder.

– KI in Produktion und Qualität

Prozessüberwachung, Werkzeugstandzeitenanalyse, Bilderkennung, KI-gestützte Produktionsplanung und Datenerfassungssysteme.

– Einkauf und Supply Chain mit KI

Nachfrageprognosen, Lagerbestandsoptimierung, Lieferantenbewertung, Risikomanagement und automatisierte Dokumentenprozesse.

– Unternehmensführung und Strategie

KI als strategischer Wettbewerbsfaktor, organisatorische Voraussetzungen, neue Geschäftsmodelle, rechtliche Rahmenbedingungen (z. B. EU-AI-Act) sowie Entwicklung einer individuellen KI-Roadmap.

– Marketing und Vertrieb

Zielgruppenanalyse, personalisierte Kommunikation, CRM-Auswertung, Lead-Scoring und Einsatz generativer KI in Kampagnenprozessen.

– Personal und Change Management

Automatisierte Bewerbungsanalyse, Kompetenzaufbau und strukturierte Einführung von KI im Unternehmen.

Strukturierter Einstieg statt Aktionismus

Die Workshopreihe richtet sich an Geschäftsführungen, Produktions- und IT-Verantwortliche, Einkauf, Vertrieb sowie HR-Verantwortliche mittelständischer Unternehmen. Ziel ist es, Orientierung zu geben, Entscheidungsfähigkeit zu stärken und realistische Pilotprojekte zu initiieren. Mit dem modularen Aufbau schafft das Netzwerkdraht eine praxisnahe Plattform, um KI nicht als Hype, sondern als strategisches Werkzeug für Effizienz, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit in der Drahtindustrie zu etablieren.

Netzwerkdraht e.V.

Eibenstraße 18

58640 Iserlohn

Ansprechpartner ist Stefan Szkudlapski

Tel.: +49 2371 46886

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