24.06.26 – Investition in eine Zukunftstechnologie

Neues „3D-Druck“-Labor an der HTWK Leipzig

Zum neuen Studiengang „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ mit Start im kommenden Wintersemester wurde jetzt ein neues Forschungslabor eingeweiht.

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Bei Rundgängen durch die neuen AM³-Laborräume gab unter anderem Laboringenieur Lukas Kube Einblicke in die neuen Möglichkeiten für das Fertigungsverfahren. © Swen Reichhold/HTWK Leipzig

 
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Feierliche Laboreröffnung (v. l.): Michael Mayer, Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Prof. Dr. Swantje Rother, Kanzlerin der HTWK Leipzig, und Prof. Dr. Ingo Reinhold, HTWK-Professor für Beschichtungsprozesse. © Swen Reichhold/HTWK Leipzig

 

Im Rahmen der Netzwerkveranstaltung „Forschung trifft …“ und des gleichnamigen begleitenden Fachsymposiums „Additive Multimaterial Manufacturing“ (AM³) wurde das neue AM³-Labor feierlich eröffnet.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte AM³-Labor bildet die Basis für die Forschung an vollintegrierten Fertigungsprozessen mit verschiedenen Materialien – mit Anwendungen in Wirtschaftszweigen wie Maschinen- und Anlagenbau, gedruckter Elektronik oder medizinischer Sensorik und Diagnostik.

Herzstück der neuen Forschungsumgebung ist ein Bio-Printer der neuesten Generation. „Dieser Drucker eröffnet völlig neue Möglichkeiten im funktionalen 3D-Druck, weil er mehrere Materialien und Prozesse gleichzeitig kombinieren kann“, erklärt Ingo Reinhold, Professor für Beschichtungsprozesse an der HTWK Leipzig. Durch verschiedene austauschbare Druckköpfe lassen sich innerhalb einer einzigen Schicht unterschiedliche Werkstoffe gezielt platzieren – eine Voraussetzung für intelligente, multifunktionale Bauteile. „Wir drucken nicht mehr nur Geometrien – wir drucken Funktionen“, fasst Reinhold die Innovation zusammen.

Neben dem Bio-Printer befinden sich im neuen AM³-Labor zwei weitere von der DFG geförderte Großforschungsgeräte: Zum einen ein hochflexibler, pulverbasierter Polymer-3D-Drucker, der durch die Kombination aus Pulver- und Tinteneigenschaften höchst flexibel ist und sich für die Entwicklung neuer Materialienkombinationen und Prozesse eignet. Zum anderen eine Pulverscherzelle, ein Analysegerät, mit einer Klimakammer für die präzise Bestimmung von Materialeigenschaften von Pulvern. Gemeinsam bilden die drei Großgeräte eine durchgängige Prozesskette von der Materialentwicklung bis zum fertigen Bauteil.

Weiterer Baustein in der HTWK-Infrastruktur

Mehr als 200 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft nahmen an der Vorstellung und Eröffnung des neuen AM³-Labors teil. Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller, Rektor der HTWK Leipzig, betonte: „Die HTWK Leipzig hat enorme Kompetenzen in den Materialwissenschaften, der generativen Fertigung und deren Optimierung durch digitale Prozesse. Das AM3-Labor als neuer Baustein der Forschungsinfrastruktur der Hochschule erweitert unsere Möglichkeiten, die Potenziale von Materialien wie Metall, Halbleitern und Keramik sowie von konventionellen und biologisch abbaubaren Kunststoffen und implantierbaren Materialien zu erforschen. Besonders vielversprechend für den Transfer in die Praxis ist die Entwicklung innovativer Verbundwerkstoffe und Verfahren, mit denen funktionale Bauteile gefertigt werden können, zum Beispiel mit integrierter Sensorik. Eines der wichtigsten Ziele ist dabei immer, die effizientere Nutzung von Ressourcen zu ermöglichen und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten.“

Systematische Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft

Vorgelagert fand am Vormittag das gleichnamige Fachsymposium des AM³-Forschungsbereichs der HTWK Leipzig statt, das der Bereich gemeinsam mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst veranstaltete. Um neue Ideen, Kompetenzen und Bedarfe zu generieren, setzte das Symposium auf die systematische Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie Kunst, Kultur und Bildung. Die rund 80 Gäste des Symposiums nutzten die Gelegenheit, sich über verschiedene Bereiche und Aspekte des 3D-Drucks zu informieren, darunter zu Pulver- und Inkjet-basierten Prozessen und Materialextrusionen, sowie sich mit Experten aus Leipzig und der Region auszutauschen und zu vernetzen.

Herausragende Promotionen

Ergänzend zur Vorstellung und feierlichen Eröffnung des neuen AM³-Labors fanden im Rahmen anschließenden Netzwerkveranstaltung „Forschung trifft …“ auch Preisverleihungen statt: Die Stiftung HTWK verlieh die Dissertationspreise 2025 und 2026 für herausragende Promotionen an der HTWK Leipzig, die HTWK-Gründungsberatung würdige mit dem ersten Ideenpreis innovative Produkte und das Referat Forschung kürte die Gewinnerbilder 2025 ihres Fotowettbewerbs „Forschungsperspektiven“. Zudem fanden in mehreren Gebäuden am zentralen Campus in Leipzig-Connewitz Laborrundgänge statt, die Einblicke in Materialien, Analytik, Prozessentwicklung und Qualitätssicherung für unterschiedliche AM-Verfahren boten.

HTWK Leipzig

Seit vielen Jahren treiben Wissenschaftler der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) in zahlreichen Forschungsprojekten verschiedener Fachrichtungen die additive Fertigung voran. Bei dem auch als 3D-Druck bezeichneten Fertigungsverfahren werden aus digitalen Konstruktionsdaten dreidimensionale Objekte durch einen schichtweisen Materialauftrag aufgebaut, statt sie aus einem Block herauszuschneiden oder sie in Form zu gießen.

Indem an der HTWK Leipzig nun noch intensiver an Materialinnovationen und Advanced Materials geforscht werden kann, leistet sie einen aktiven Beitrag zur Entwicklung moderner, digital gestützter Verfahrenstechnologien und trägt so zum Ziel der Hightech-Agenda der Bundesregierung bei, Deutschland zu einem führenden und souveränen Standort für neue Technologien zu machen.

www.htwk-leipzig.de