18.11.20 – Sequenz-Impuls-Prozess

Thyssenkrupp nimmt innovative Hochofentechnologie in Betrieb

Thyssenkrupp hat den Hochofen „Schwelgern 1“ in Duisburg mit einer neuen Technologie ausgestattet: dem Sequenz-Impuls-Prozess mit induzierten Stoßwellen. Das SIP-Verfahren leistet einen Beitrag zur Effizienzsteigerung im Ofen und soll auf lange Sicht auch weltweit vermarktet werden.

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Oberhalb der Gießbühne, auf der der Abstich des Ofens stattfindet, befinden sich 40 SIP-Boxen. © Thyssenkrupp

 

Bei der SIP-Technologie handelt es sich um ein Sauerstoffinjektionsverfahren, das speziell auf den Hochofenprozess zugeschnitten ist. Federführend bei der Entwicklung der Technologie waren Thyssenkrupp At.Pro Tec, ein Unternehmen von Thyssenkrupp Materials Services, und Thyssenkrupp Steel Europe.

Das Verfahren, das jetzt am Duisburger Hochofen Schwelgern 1 zum Einsatz kommt, ist auf eine Tiefenwirkung des Sauerstoffs ausgelegt. Zur technischen Umsetzung wird in jede der 40 Blasformen des Hochofens eine zusätzliche Lanze eingesetzt, durch die der Sauerstoff injiziert wird. Zudem wird jede der 40 Lanzen von einer eigenen Injektionseinheit, der sogenannten SIP-Box, versorgt. In der Folge wird mit Impulsen zusätzlicher Sauerstoff in den Ofen gebracht, der tiefer im Ofen reagiert. So werden die Gas- und Flüssigkeitsströme des Hochofens verbessert und die Effizienz gesteigert.

„Das SIP-Verfahren ist eine Eigenentwicklung, und unser Ofen ist der erste weltweit, an dem wir in den Betrieb gehen. Die kohlenstoffbasierte Metallurgie der Hochofenroute wird perspektivisch den wasserstoffbasierten Technologien weichen. Innovationen wie das SIP-Verfahren ermöglichen dabei notwendige Effizienzsteigerungen und CO2-Einsparungen in der bestehenden Infrastruktur bis der Technologiewandel vollständig vollzogen ist“, sagt Dr. Rainer Klock, Manager Ofenmetallurgie des Hochofenbetriebes Schwelgern.

„Wir sparen durch den optimierten Verbrauch der Reduktionsmittel Koks und Einblaskohle voraussichtlich allein bei Schwelgern 1 Kosten in Millionenhöhe“, berichtet Jörg Glebe, Geschäftsführer von Thyssenkrupp At.Pro Tec. „Auf lange Sicht möchten wir die Technologie weltweit auf den Markt bringen und sind bereits mit großen Anlagenbauern im Gespräch.“

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