18.03.26 – Prozesse, Eigenschaften und Anlagentechnologien

Kaltumgeformte Stahldrähte

Die Kaltumformung von Stahldraht ist ein wesentlicher Bestandteil der industriellen Draht- und Bewehrungsstahlherstellung. Durch gezielte Umformprozesse lassen sich Oberflächenqualität, Maßgenauigkeit und mechanische Eigenschaften präzise einstellen.

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Mehrfachziehmaschinen von Schlatter sind für ie effiziente Verarbeitung von Drähten mit kleinen bis mittleren Durchmessern sowie niedrigem bis mittlerem Kohlenstoffgehalt ausgelegt. © Schlatter

 
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Die Kaltwalzlinien von Schlatter verfügen über einen modularen Aufbau und bieten vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten. © Schlatter

 

Je nach Anwendungsbereich kommen blanke, gerippte oder gereckte Stahldrähte zum Einsatz, deren Herstellung hohe Anforderungen an Prozessstabilität und Anlagentechnik stellt.

Blanker Stahldraht – Ziehprozesse mit hoher Präzision

Blanker Stahldraht wird aus Walzdraht durch Kaltumformung mittels Ziehprozessen hergestellt. Dabei wird der Draht durch Ziehsteine geführt und plastisch verformt, was zu einer Kaltverfestigung des Materials führt. Das Ergebnis sind glatte Oberflächen, enge Maßtoleranzen und hohe Festigkeiten. Die Anzahl der Ziehstufen richtet sich nach Ein- und Austrittsdurchmesser, Drahtqualität und gewünschtem Reduktionsgrad.

Mehrfachziehmaschinen von Schlatter sind für ie effiziente Verarbeitung von Drähten mit kleinen bis mittleren Durchmessern sowie niedrigem bis mittlerem Kohlenstoffgehalt ausgelegt. Typische Anwendungen der so produzierten Drähte sind Nägel, verzinkter Draht oder Drahtbinder. Je nach Weiterverarbeitung kann der Draht auf Spulen oder auf vertikale Wandstiele aufgewickelt werden.

Gerippter Stahldraht – Optimierter Verbund für Betonbewehrungen

Gerippter Stahldraht wird vor allem für Bewehrungselemente eingesetzt, bei denen ein sicherer Verbund zwischen Stahl und Beton entscheidend ist, etwa bei Betonstahlmatten, Bewehrungskörben oder Bügeln. Die Profilierung erfolgt durch Kaltverformung: Aus blankem Draht werden mithilfe von Kaltwalzkassetten definierte Längs- und Querprofile eingebracht, die eine zuverlässige mechanische Verankerung im Beton gewährleisten.

Die Kaltwalzlinien von Schlatter verfügen über einen modularen Aufbau und bieten vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten. Sie eignen sich sowohl für die Herstellung von Spulen und Coils als auch für die automatisierte Produktion gerichteter Stäbe. Der Automatisierungsgrad kann dabei flexibel an die jeweiligen Produktionsanforderungen angepasst werden.

Gereckter Stahldraht – Erhöhte Festigkeit durch kontrolliertes Recken

Gereckter Stahldraht wird durch ein definiertes Reckverfahren in Längsrichtung gedehnt. Dieser Kaltverformungsprozess erhöht gezielt die Zugfestigkeit und die Streckgrenze des Materials. Aufgrund dieser Eigenschaften wird gereckter Draht insbesondere im Stahlbetonbau eingesetzt, wo hohe Anforderungen an Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit bestehen.

Mit den Reck- und Umspulungslinien von Schlatter lassen sich kompakte Spulen der Klassen 500 B und 500 C herstellen, die den aktuellen europäischen und internationalen Normen entsprechen. Bei entsprechender Anlagenausrüstung kann auf derselben Linie zudem Bewehrungsmaterial der Klasse 500 A für nachgelagerte Kaltwalzprozesse produziert werden.

Fazit

Die Herstellung kaltumgeformter Stahldrähte erfordert präzise abgestimmte Prozesse und leistungsfähige Anlagentechnologien. Moderne Zieh-, Kaltwalz- und Reckanlagen ermöglichen eine wirtschaftliche Produktion mit hoher Produktqualität und Flexibilität. Anlagenlösungen von Schlatter leisten hierbei einen wesentlichen Beitrag zur zuverlässigen und normkonformen Fertigung von Drähten für industrielle und bautechnische Anwendungen.

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