24.06.26 – Lockerung des Kündigungsschutzes soll schnelleren Umbau der Wirtschaft ermöglichen

Rentenempfehlungen richtig, aber schnellere Umsetzung nötig

„Die Empfehlungen der Rentenkommission gehen in die richtige Richtung – und deren Umsetzung wird positiv für die Reformfähigkeit im Land sein. Denn Deutschland braucht noch mehr Mut und Tempo. Die Stabilisierung des Rentensystems sollte die Lohnnebenkosten senken. Stattdessen führen die Vorschläge leider in Teilen sogar kurzfristig zu einer weiteren Belastung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Dafür braucht es nun umso dringender Impulse an anderer Stelle”, fordert Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, mit Blick auf den Bericht der Rentenkommission.

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„Wenn wir bei der Rente von den Schweden lernen, warum nicht beim Arbeitsmarkt von den Dänen,“ so Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung © ZVEI/Alexander Grüber

 

Die kapitalgedeckte Rente bewertet der Verband grundsätzlich positiv. „Aber hier wird ein richtiges Instrument zu einem sehr hohen Preis eingeführt. Die Finanzierung des kapitalgedeckten Bausteins durch Steigerung der Rentenbeiträge macht Arbeit erneut teurer. Schweden hat es uns vorgemacht: Kapitaldeckung anteilig, nicht zusätzlich, um neue Belastungen zu vermeiden. Das wäre der richtige Weg”, so Weber.

Bei den Vorschlägen, Frühverrentungsanreize zu beseitigen und den Anstieg der heutigen Renten zu begrenzen, drängt der ZVEI auf eine schnellere Umsetzung. „Die Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors wirkt viel zu spät“, kritisiert Weber. „Das müsste man von heute auf morgen machen.“ Durch die Verlängerung der Haltelinie beim Rentenniveau werde der Effekt der Kommissions-Vorschläge erst in fünf und mehr Jahren wirksam. „Auch jetzige und baldige Rentner müssten sich zumindest ein wenig an der Stabilisierung des Rentensystems beteiligen, nicht nur kommende Generationen”, führt Weber aus.

Mit dem Stopp der Frühverrentungen fordert der ZVEI im Gleichschritt eine Lockerung des Kündigungsschutzes. „Unsere Wirtschaft verändert sich in rasantem Tempo. Oftmals werden die bisher früh verrenteten Mitarbeitenden vielleicht nicht an alter, dafür an neuer Stelle gebraucht”, erklärt Weber.

In seinen neuen Leitlinien für eine zukunftsfähigen Arbeitsmarkt fordert der ZVEI den Dreiklang aus mehr Flexibilität beim Kündigungsschutz, soziale Absicherung und intensiver Vermittlung und Qualifizierung. Weber: „Das Beispiel Dänemark zeigt uns ja, dass dieses Konzept funktioniert. Dort entstehen neue Jobs, und der soziale Ausgleich bleibt gewahrt. Wenn wir bei der Rente von den Schweden lernen, warum nicht beim Arbeitsmarkt von den Dänen.“

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