04.11.26 – Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau
Momentum durch Basiseffekt – Aufschwung bleibt wackelig
Die Firmen im Maschinen- und Anlagenbau haben das dritte Quartal mit einem unerwartet guten Monat in ihren Auftragsbüchern abgeschlossen. Im September 2026 verbuchten sie ein Orderplus von real 14 %, damit resultierte auch für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ein Bestellzuwachs von real 5 % zum Vorjahr.
„Dieses Monatsergebnis basiert wesentlich jedoch auf einem Basiseffekt; der September 2025 war der schlechteste Monat des gesamten Vorjahres. Der aktuelle Konjunkturaufschwung ist noch ein wackeliges Pflänzchen und darf jetzt nicht durch neue Belastungen, etwa einen überhöhten Tarifabschluss, gleich wieder zertreten werden“, mahnt Johannes Gernandt, VDMA-Chefvolkswirt .
Das Orderplus im September wurde sowohl durch das Inland als auch durch das Ausland erreicht. Die Inlandsaufträge legten im September um 22 % zum Vorjahr zum, die Auslandsbestellungen aus den Euro- und Nicht-Euroländern gleichermaßen um jeweils 11 %.
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres setzte sich das Auftragsplus von 5 % aus einem Nullwachstum im Inland und einem Bestellzuwachs von 7 % aus dem Ausland zusammen. Die Orders aus dem Euro-Raum blieben in diesem Zeitraum um 5 % unter dem Vorjahreswert, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen dagegen 13 % mehr Aufträge.
Im dritten Quartal 2026 verbuchten die Unternehmen insgesamt 4 % mehr Bestellungen, das Inland steuerte ein Plus von 5 % bei, aus dem Ausland kamen 3 % mehr Orders (Euro-Länder: plus 1 %, Euro-Länder: plus 4 %).
„Diese Bestellungen machen Mut, dass wir im kommenden Jahr tatsächlich das erhoffte Produktionsplus von 3 % erreichen können. In diesem Jahr wird der Maschinenbau dagegen nochmals eine schrumpfende Produktion verkraften müssen“, resümiert Johannes Gernandt.
Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Mio. Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Mio. allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Mrd. Euro. Rund 80 % der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.



