23.09.26 – Effizienz und Verantwortung im Drahtzug: Was sind künftig relevante Entscheidungskriterien?

Ziehmittel als Schlüssel für stabile und effiziente Prozesse

Die Drahtindustrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss leistungsfähig, effizient sowie wirtschaftlich produzieren. Zugleich ihre Umweltwirkungen nachvollziehbar bewerten und möglichst reduzieren. Genau an dieser Schnittstelle gewinnt die heutige und zukünftige Auswahl moderner Drahtziehmittel an Bedeutung.

Weltneuheit-im-Drahtzug-Copyright-Traxit-Klueber-Lubrication.jpg

Optimierte Schmierstoffe können beispielsweise dazu beitragen, den Schmierstoffeinsatz zu reduzieren, Prozessschwankungen zu verringern oder Reinigungs- und Entsorgungsaufwand zu senken. © Traxit/Klüber Lubrication

 
Drahtzug--Copyright-Traxit-Klueber-Lubrication.jpg

Die zukünftige Auswahl von Drahtziehmittel wird daher zunehmend durch ein Zusammenspiel technischer, wirtschaftlicher und prozessbezogener Kriterien geprägt. © Traxit/Klüber Lubrication

 
Alle Bilder anzeigen

Schmierstoffe sind im Drahtzug weit mehr als ein technisches Hilfsmittel. Sie beeinflussen unter anderem Prozessstabilität, Energiebedarf, Werkzeugstandzeiten (Ziehsteinstandzeiten), Reinigungsaufwand, Emissionen, Abfallmengen sowie eine anschließende Weiterbehandlung. Damit sind diese zentrale Einflussfaktoren der industriellen Fertigung.

Anwendungsspezifische Bewertung statt pauschaler Aussagen
Drahtziehmittel sollten nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entwickelt, bewertet und anwendungsspezifisch ausgewählt werden. Moderne Produkte können dazu beitragen, Produktionsprozesse effizienter und stabiler zu gestalten. Ihre Wirkung zeigt sich jedoch immer im konkreten Anwendungsfall und ist abhängig von Drahtmaterial, Ziehprozess, Anlagenkonfiguration, Produktionsziel und den jeweiligen Rahmenbedingungen beim Kunden.
 Ein wesentlicher Entscheidungsfaktor ist deshalb der konkrete Nutzen im kunden-spezifischen Produktionsprozess. Optimierte Schmierstoffe können beispielsweise dazu beitragen, den Schmierstoffeinsatz zu reduzieren, Prozessschwankungen zu verringern oder Reinigungs- und Entsorgungsaufwand zu senken.
 Solche Effekte treten je nach Ziehprozess mit einem unterschiedlichen Ergebnis in den verschiedenen Bereichen auf. Eine Bewertung ist pauschal nicht valide zu treffen und macht eine Prozessanalyse notwendig. Diese Analyse bildet die Basis für die Ermittlung von nachvollziehbaren Parametern sowie deren Vergleich vor und nach der Anpassung. Auf diese Weise lassen sich Verbesserungen transparent einordnen.

Ganzheitliche Entscheidungskriterien für die Zukunft
Auch die Herstellung und Bereitstellung von Ziehmitteln rücken stärker in den Fokus. Relevante Aspekte sind unter anderem der Energieeinsatz in der Produktion, der Umgang mit Wasser oder die Vermeidung von Wasser in der Produktion, die Vermeidung von Abfällen, sichere Arbeitsbedingungen sowie regionale Produktions-, Lager- und Logistikstrukturen. Werden beispielsweise erneuerbare Energien genutzt, Wasserverbräuche reduziert oder Kreislaufkonzepte umgesetzt, können solche Maßnahmen, abhängig vom jeweiligen Standort und Prozess, zur Verringerung betrieblicher Umweltwirkungen beitragen.
Die zukünftige Auswahl von Drahtziehmittel wird daher zunehmend durch ein Zusammenspiel technischer, wirtschaftlicher und prozessbezogener Kriterien geprägt:
– technische Leistungsfähigkeit der Ziehmittel im jeweiligen Drahtziehprozess
– prozessspezifische Reduzierung des Ziehmittelverbrauches
– Verbesserung der Kundenproduktionsprozesse mit der Verlängerung von Werkzeugstandzeiten und Verringerung von Reinigungs-, Wartungs- oder Entsorgungsaufwand
– verantwortungsvolle Auswahl von Rohstoffen und Ressourcen in der Herstellung von Ziehmitteln
– Einsatz recycling- oder abfallbasierter Rohstoffe in der Herstellung von Ziehmitteln
– geeignete, wiederverwendbare oder bedarfsgerechte Verpackungskonzepte
– Silo- und Versorgungskonzepte zur optimierten Bereitstellung
– möglichst kurze Transportwege durch passende Produktions- und Lagerstrukturen

Entscheidend wird künftig sein, Ziehmittel nicht isoliert nach einzelnen Leistungs- oder Eigenschaftsmerkmalen zu bewerten. Vielmehr sollten technische Performance, Prozesssicherheit, Ressourceneinsatz und wirtschaftlicher Nutzen gemeinsam betrachtet werden.
Eine verantwortungsvolle Auswahl basiert deshalb auf
– anwendungsspezifischer Beratung,
– transparenten Eigenschaften
– und einer Bewertung der tatsächlichen Entwicklung im jeweiligen Produktionsumfeld.

Der Vergleich von Vorher- und Nachher-Situation im Kundenprozess bietet dabei eine praktikable Grundlage, um Verbesserungen aufzuzeigen und nachvollziehbar zu machen.
So können Drahtproduzenten Effizienzpotenziale erkennen, ihre Prozesse gezielt weiterentwickeln und Entscheidungen treffen, die sowohl wirtschaftlich als auch technisch und inhaltlich belastbar sind.

Klüber Lubrication GmbH
Prinzenstraße 46-50
58332 Schwelm
Ansprechpartner ist Frank Berghaus
Tel.: +49 2336 9191-940
f.berghaus@traxit.com
www.traxit.com