29.03.26 – Kabelproduktion
Der Profit-Hebel im Kabelwerk heißt: Digital Twin
Industrie 5.0 ergänzt die Automatisierungslogik von Industrie 4.0 um Menschenzentrierung, Resilienz und Nachhaltigkeit. Der Digitale Zwilling fungiert dabei als Betriebssystem, das as designed, as planned und as built in Echtzeit zusammenführt.
Advaris liefert diesen Zwilling heute bereits branchenspezifisch für Kabel und Draht – von PDM/Design über APS/Feinplanung und MES/Shopfloor bis hin zu Längen und Spulen Tracking, Metal Billing und lückenloser Traceability. Das Ergebnis sind verlässliche Liefertermine, weniger Ausschuss und Rüstverluste sowie eine höhere OEE.
Ihr Engpass liegt nicht auf der Maschine – er liegt zwischen Ihren Systemen
Viele Werke investieren in neue Anlagen, Sensorik und Dashboards. Trotzdem bleiben Termintreue, Ausschuss und Rüstzeiten kritisch. Der eigentliche Engpass sind die Brüche zwischen Produktdefinition (PDM), Planung (APS) und Fertigung (MES). Industrie 5.0 fordert, diese Silos menschenzentriert zu verbinden – mit einem Digitalen Zwilling, der Entscheidungen dort unterstützt, wo sie entstehen: im Vertrieb, in der Arbeitsvorbereitung und auf dem Shopfloor.
Einsichten aus der realen Produktionswelt
Entscheidend ist nicht mehr Datenmenge, sondern Kontext: Erst der Abgleich von as planned und as built zeigt Abweichungen stück-, längen- und spulengenau. Planung funktioniert nur mit sauberen Produktdaten aus dem Design (Stückliste, Parameter, Startlängen, Prüfaufträge). Da Kabel und Draht von Variantenvielfalt, Metallpreisvolatilität, Einzellängenlogik und häufigen Rüstwechseln geprägt ist, braucht es branchenspezifische Zwillinge statt generischer MES-Bausteine.
Was Industrie 5.0 wirklich bedeutet – und die Rolle des Digitalen Zwillings
Industrie 5.0 erweitert Industrie 4.0 um Menschenzentrierung, Resilienz und Nachhaltigkeit. Der Digitale Zwilling verbindet vier Sichten: Product Twin (Spezifikation, MBOM, Parameter, Prüfpläne, Kosten und Arbeitsanweisungen), Process/Factory Twin (Reihenfolgen, Restriktionen und Rüstlogik plus Echtzeit-Istwerte für belastbare Termine), Asset Twin (Maschinen und Werkzeuge über den Lebenszyklus für zustandsorientierte Instandhaltung) sowie Logistics/Material Twin (Einzellängen, Spulen, Lagerorte und Metal Billing). Den größten Nutzen liefert der Digital Thread: die durchgängige Datenkette vom Angebot bis zur Auslieferung – für sofort sichtbare Abweichungen, präzise „What-if“-Simulationen und weniger manuelle Übergaben/Medienbrüche.
Advaris als Backbone Ihres Digitalen Zwillings
Product Twin – PDM/Cable Design: Durchgängige Spezifikation von Geometrie, Stückliste und Arbeitsplänen bis zu Prozessparametern (z. B. Geschwindigkeiten, Rüstzeiten, Startlängen) inkl. Prüfplänen, Varianten-Generator sowie Arbeitsanweisungen/PLC-Parametern – als konsistente Stammdatenbasis.
Process/Factory Twin – APS+MES: Stufen- und kapazitätsgenaue Feinplanung mit Restriktionen, belastbaren Lieferterminen und „What-if“-Szenarien; MES erfasst Längen, Prozess-/Qualitätswerte und Stillstände in Echtzeit, unterstützt durch Monitor/Historian und rollenbasierte UIs.
Asset Twin – Maintenance+Tools: Maschinen- und Werkzeugdaten plus Zustands-/Messwerte für Lebensläufe sowie termin- und zustandsorientierte Instandhaltung.
Logistics/Material Twin – Längen, Spulen, Metall: Spulen- und längengenaues Bestands- und Tracking inkl. Cut/Rewind, Barcode/RFID, Metal Billing (LME-Logik) und revisionssicherer Traceability bis zur Einzellänge.
Die Pain Points der Branche – und wie der Digital Twin sie auflöst
Variantenvielfalt treiben in vielen Werken die Stammdatenpflege in die Höhe und begünstigen Fehler. Ein Varianten Generator, der MBOM, Arbeitspläne und QC Pläne automatisch ableitet, stabilisiert die Datenbasis und reduziert die Pflege spürbar.
Unsichere Liefertermine entstehen, wenn Terminversprechen „auf Sicht“ gegeben werden und Umplanungen zum Tagesgeschäft gehören. Szenariofähige APS-Funktionen mit Reservierungen und transparenter Engpasslogik liefern belastbare ETAs und verringern Firefighting.
Durch rüst- und reihenfolgeoptimierte Planung lassen sich Rüstverluste durch Wechsel Kaskaden vermeiden - und mit „What if“ Prüfungen vor der Freigabe werden Nebeneffekte sichtbar, bevor sie den Shopfloor treffen.
Längen und Spulen Chaos kostet Zeit und Material. Längengenaues Tracking, integriertes Spulen Management und mobile Datenerfassung schaffen Transparenz bis zur Einzellänge und senken die Nacharbeitsquote.
Hohe Qualitätskosten resultieren häufig aus später Fehlererkennung. In Process Messwerte, ein kontinuierlicher Plan Ist Vergleich und aussagekräftige Historien lenken die Aufmerksamkeit dorthin, wo es zählt: auf die Ursachen statt auf Symptome.
Metallpreis Volatilität schlägt direkt auf die Marge durch, wenn Zu und Abschläge intransparent bleiben. Ein durchgängiges, regelbasiertes Metal Billing macht Kalkulation und Abrechnung nachvollziehbar - vom Angebot bis zur Rechnung.
Papierflut und Auditdruck sind das Symptom fehlender Durchgängigkeit. Der Digital Thread liefert revisionssichere Nachweise und beendet Insellösungen sowie manuelle Doppelarbeiten.
In der Praxis: Vom Angebot zur Auslieferung
Vertrieb, Planung, Shopfloor und Logistik arbeiten durchgängig und messbar auf einer Datenbasis: Spezifikation, Kalkulation und Metallgewichte fließen vom Angebot in ein kapazitäts- und rüstlogikgerechtes Planungsszenario mit belastbarem Liefertermin. Das MES stellt Arbeitsanweisungen/Parameter bereit, erfasst Ist-Längen und Qualitätswerte in Echtzeit und macht Abweichungen sofort sichtbar. Spulen- und Längentracking inkl. Cut/Rewind sowie lückenlose Traceability bis Einzellänge/Rohmaterialcharge, Metal Billing und Zertifikate laufen ohne Excel-Schattenprozesse. Ergebnis: höhere Termintreue und Planbarkeit (realistische ETAs), weniger Ausschuss/Überverbrauch und Rüstverluste, bessere OEE-Transparenz, geringeres gebundenes Working Capital sowie schnellere Audits durch digitale Nachweise.
Der Autor des Beitrags ist Stefan Weber.
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