05.03.26 – Lasercut Modul von Xellar
Kontinuierliches Trennen als Schlüssel zu maximaler Prozessflexibilität
Xellar hat mit dem Lasercut Modul eine Trennlösung entwickelt, die konsequent auf Flexibilität, Prozessstabilität und Kontinuität ausgerichtet ist.
Die Trenntechnik zählt seit jeher zu den Prozess bestimmenden Schritten in der Rohr- und Profilherstellung. Insbesondere bei dünnwandigen Rohren, wechselnden Durchmessern und variablen Längen stößt die klassische Mechanik aus Sägen, Stanzen oder Abscheren aber zunehmend an technologische und wirtschaftliche Grenzen. Vor diesem Hintergrund hat Xellar mit dem Lasercut Modul eine alternative Trennlösung entwickelt, die eindeutig auf Flexibilität, Prozessstabilität und eine jederzeit reproduzierbare Fertigung ausgelegt ist.
Trennen im Durchlauf
Kern des Moduls ist eine mitlaufende, stetig arbeitende Trenneinheit, bei der das Rohr im Durchlauf geschnitten wird. Die Trenneinheit arbeitet synchron zum Materialfluss und führt den Trennschnitt während der laufenden Produktion. Dadurch lassen sich Taktzeiten signifikant reduzieren. Die Trennzeit liegt, abhängig von Durchmesser und Wanddicke, zwischen 0,5 und 1,3 Sekunden. Entscheidenden Einfluss hat dabei die Dynamik des Gesamtsystems: kurze Verfahrwege, eine schnelle und exakte Positionierung des Lasers zum Werkstück sowie eine präzise Regelung der orbitalen Bewegung bestimmen das Schneidergebnis.
Technologisch neu ist der konsequente Perspektivwechsel. Während Trenneinheiten bislang klassisch mit den Verfahren Sägen, Stanzen oder Scheren ausgeführt waren, dreht sich beim Lasercut Modul der Laser orbital um das Profil. Das Profil/Rohr selbst bleibt dabei in seiner Profilierlage. Der Trennschnitt wird zirkular ausgeführt, ohne Leerhub. Die Trenneinheit umschließt das Rohr und folgt der Kontur mit gleichbleibender Schnittgeschwindigkeit. Das Ergebnis ist ein reproduzierbarer, gratarmer Schnitt ohne scharfe Kanten. Dieses Ergebnis kann unabhängig von Durchmesser und Wanddicke immer wiederholgenau erzielt werden.
Werkzeuglosigkeit als strategischer Vorteil
Ein zentrales Entwicklungsziel des Moduls war das werkzeuglose Arbeiten für Rohrdurchmesser von 5 mm bis 100 mm. Durch die neue Technologie entfällt ein Werkzeugwechsel, der Verstellbereich wird über die Laser-Trenneinheit selbst abgedeckt. Dieses System ist für Xellar mittlerweile patentiert.
Damit entfallen nicht nur Rüstzeiten, sondern auch die typischen Restriktionen klassischer Trennverfahren: Mehrmesserwerkzeuge, die beim Stanzen stets auf eine Baugröße ausgelegt sind, der hohe Verschleiß bei Trennscheiben, insbesondere bei dünnwandigen Rohren, oder Späne und Lärmemissionen, die beim Sägen erzeugt werden.
Der Laserschnitt erfolgt im Gegensatz dazu abfalllos, verschleißfrei und ohne mechanischen Kontakt. Die Schnittqualität bleibt über den gesamten Verstellbereich konstant, selbst bei wechselnden Losgrößen oder variablen Teilelängen ab 100 mm aufwärts.
Das Lasercut Modul ist überwiegend materialunabhängig ausgelegt und eignet sich insbesondere für Edelstahl- und Stahlrohre. Ein wesentlicher Anwendungsfokus liegt auf der Herstellung dünnwandiger, geschweißter Edelstahlrohre mit hoher Nahtqualität. In der großen Variantenvielfalt lassen sich Wanddicken von 0,1 bis 1,2 mm sicher und reproduzierbar trennen. Durch den berührungslosen Energieeintrag des Lasers bleibt die geometrische Integrität des Rohres erhalten. Das berührungslose Trennverfahren arbeitet ohne Verschleißteile, was die Betriebs- und Folgekosten deutlich reduziert.
Flexibilität ohne Ausschussrisiko
Ein wesentlicher wirtschaftlicher Vorteil des Systems liegt in seiner Anpassungsfähigkeit. Änderungen von Teilelängen, Durchmessern oder Wanddicken lassen sich im laufenden Betrieb umsetzen, ohne den Prozess zu unterbrechen oder Ausschuss zu erzeugen. Während bei mechanischen Trennsystemen häufig neue Werkzeuge, Umrüstvorgänge oder Prozessunterbrechungen erforderlich sind, erfolgt die Anpassung beim Lasercut Modul software- und parameterseitig.
Dieser Anspruch an Flexibilität war auch der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Moduls: In einer Bestandsanlage mit über 40 Jahren Laufzeit erfolgte der Trennschnitt ursprünglich händisch, ohne kontinuierlichen Prozess und mit begrenzter Reproduzierbarkeit. Das Lasercut Modul überführt diesen Anwendungsfall in eine moderne, automatisierte und skalierbare Lösung.
Integration, Standalone-Betrieb und Sicherheit
Das Modul ist sowohl als integrierte Trenneinheit innerhalb von Profilier- und Rohrfertigungslinien als auch als Standalone-Lösung für bestehende Anlagen konzipiert. Die kompakte Bauweise und die modulare Schnittstelle erleichtern die Nachrüstung. Die zertifizierte Schutzeinhausung erfüllt sämtliche Anforderungen an Maschinen mit integrierter Lasertechnologie. Entsprechende Sensorik, ein geschlossenes Systemkonzept sowie streulichtabsorbierende Auslegung gewährleisten einen sicheren Betrieb. Gleichzeitig arbeitet das System ohne nennenswerte Geräuschemissionen, ein deutlicher Vorteil zu säge- oder trennscheibenbasierten Trennverfahren. Die Bedienung ist auf den industriellen Alltag ausgelegt. Die Einstellung der Laserparameter erfolgt bedienerfreundlich, reproduzierbar und prozesssicher, ohne tiefgreifende Eingriffe in die Mechanik.
Mit dem Lasercut Modul positioniert Xellar das Lasertrennen als konsequenten nächsten Entwicklungsschritt in der Rohr- und Profiltrenntechnik und entwickelt das eigene Modul Xellar-Cut kundenorientiert weiter. Die Kombination aus mitlaufender Trenneinheit, orbitaler Laserkinematik, Werkzeuglosigkeit und hoher Material- sowie Geometrieflexibilität schafft neue Freiheitsgrade in der Produktion. Insbesondere für Anwendungen mit hohen Variantenanforderungen, dünnwandigen Materialien und kurzen Reaktionszeiten bietet das System einen technologisch und wirtschaftlich überzeugenden Ansatz für die kontinuierliche Fertigung.




