15.06.22 – Wasserstrahlschneiden

Den Sprung geschafft

Dass energieeffiziente Fertigungstechnologien die Zukunft sind, macht unter anderem die EU-Förderung solcher Verfahren deutlich. Mit einer subventionierten STM-Wasserstrahlanlage gelingt denn auch Metallbauer Uwe Seck der Sprung vom Nischenanbieter zum regionalen Just-in-time-Zulieferer für die Industrie.

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Bei Metallbau Uwe Seck werden heute mit einer Wasserstrahlanlage „Premiumcut“ Platten bis 2 x 3 m und 250 mm Stärke geschnitten. © STW Waterjet

 
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Neben Schneidteilen aus Metall werden in Bad Camberg auch Werkstücke aus Keramik, Holz, Gummi, Granit, Feinsteinzeug, Kupferschaum, Kunststoff und diversen Sonderwerkstoffen gefertigt. © STW Waterjet

 
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Seit 1998 betreibt Uwe Seck zusammen mit seinem Sohn, seiner Frau und zwei Mitarbeitern ein Metallbauunternehmen im hessischen Bad Camberg. Seine Schwerpunkte waren vorerst Individualanfertigungen wie Firmenschilder, Gartenobjekte, Teile für Privatkunden sowie EN-1090-2-zertifizierte Stahlteilserien für Kleinunternehmen aus der Region. Schnell etablierte er sich auch als Spezialist für Sonderanfertigungen aus Metall.

Lukrativ sind vor allem seine Gewerbekunden, für deren Aufträge er früher lasergeschnittene Teile von einem 35 km entfernten Lohnfertiger zukaufte. Rasch wurden es Schneidteile im Wert von 45 000 € im Jahr, auf die er immer länger warten musste. Weil er in der Fertigung autark werden wollte, begann er nach Alternativen zum Laserschneiden zu suchen. „Alles aus einer Hand“ lautete das neue Ziel.

Am Ende war es Sohn Tim, selbst angehender Werkzeugmechaniker, der ihn auf die Wasserstrahltechnologie brachte. Auf Messen und durch Fachliteratur wurde er auf STM aufmerksam und kaufte schließlich im Herbst 2019 über den Schweinfurter STM-Standort eine 19 Jahre alte „STM Mastercut“-Portalanlage mit 3 x 2 m Schneidtisch – inklusive einem Jahr Garantie plus Support. Damit machte sich Seck nicht nur auf einen Schlag unabhängig, er eröffnete sich auch neue Geschäftsfelder. Bald trennte er nach Bedarf mit Abrasiv oder Reinwasser und fertigte neben Schneidteilen aus Metall auch Werkstücke aus Keramik, Holz, Gummi, Granit, Feinsteinzeug, Kupferschaum, Kunststoff und diversen Sonderwerkstoffen.

Neue Dimensionen gesucht

18 Monate und 700 Betriebsstunden später waren Vater und Sohn überzeugt: Die Wachstumsmöglichkeiten übersteigen die aktuellen Kapazitäten des Betriebes. So fiel die Entscheidung, den Betrieb neu auszurichten und auf die Fertigung für den gewerblichen Bedarf zu spezialisieren. Im Zuge dessen erkundigte sich Seck in Schweinfurt nach einer leistungsfähigeren Anlage. Man empfahl ihm eine „Premiumcut“-Anlage inklusive Schneidkopf mit Winkelfehlerausgleich, servogetriebener Hochdruckpumpe und „Oneclean“-Schneidwasseraufbereitung: ein energieeffizientes Präzisionsystem, das Seck in puncto Qualität, Output und Wirtschaftlichkeit neue Dimensionen eröffnen würde.

Das einzige Problem war: Die Anschaffungskosten von 220 000 Euro ließen den 55-Jährigen zweifeln, ob sich die Investition rechnen würde. Mit diesen Bedenken konfrontiert, machte ihn STM auf die EU-Förderung energieeffizienterer Fertigungstechnologien aufmerksam. Mehr noch, der Wasserstrahlspezialist bot dem Unternehmer an, ihn bei der Beantragung zu unterstützen und die Altanlage in Kommission zu nehmen. Die Familie nahm das Angebot an.

Schneller und präziser

Bald darauf erhielt Seck den Zuschlag für die EU-Förderung und damit 92 000 Euro Zuschuss für den Erwerb der STM Premiumcut in Wunschkonfiguration. Die einwandfrei laufende Altanlage wurde zum Einstandspreis von 50 000 Euro an einen Betrieb aus der Region verkauft. Seck selbst musste am Ende nur die Unterhaltungskosten tragen.

Er übergab nun das Privatkundengeschäft an seine beiden Mitarbeiter, die ihre Aufträge als Subunternehmer ebenfalls mit der neuen Anlage fertigen. Zusammen mit Sohn und Ehefrau machte er sich an den Ausbau des B2B-Geschäftes. Die neue Anlage wurde Anfang 2021 in Betrieb genommen und mit der Fotovoltaikanlage des Unternehmens gekoppelt, die mit 10 000 kW die Hälfte des Gesamtbedarfs deckt.

Nach einer Schulung im österreichischen STM-Testzentrum und dank des Supports durch STM Austria wird die Anlage heute sicher beherrscht. So gut, dass sich der Sohn weiterbilden und Seck den laufenden Betrieb allein managen kann. Heute schneidet er Werkstücke bis 2 x 3 m und 250 mm Stärke 10 % schneller und noch dazu präziser als früher.

Für alles eine Lösung

Aufgrund des anziehenden Neugeschäfts wurde die Anlage in zehn Monaten 650 h genutzt und damit die Auslastung um 80 % gesteigert. „Anfangs war es ein Kampf, aber jetzt bin ich begeistert“, freut sich Seck „Die neue Anlage schneidet nicht nur schneller und präziser, sie stoppt auch automatisch, wenn ein Schneidauftrag beendet ist. Außerdem ist das Abpumpen des Schneidwassers mit Oneclean viel einfacher und wirtschaftlicher, als bisher mit Luft. Das Beste aber ist: Endlich haben wir mit dem Servicetechniker von STM einen kompententen Ansprechpartner, der uns die Anlage optimal einstellte und für alles eine Lösung hat.“

Die Anlage finanzierte sich vom ersten Tag an selbst. Kein Auftrag ist heute exotisch genug, um nicht angenommen zu werden. Auch wenn Seck hauptsächlich Stahl verarbeitet, schneidet er weiterhin Sonderanfertigungen wie Holzwerkstoffböden für Feuerwehrfahrzeuge. Schlussendlich habe er sich mit seinem materialübergreifenden Just-in-time-Fullservice für regionale Betriebe eine wachsende Marktlücke erschlossen, die mit anderen Fertigungsmethoden nicht rentabel wäre. Optimale Voraussetzungen, damit sich auch sein Sohn und Nachfolger beruflich voll entfalten kann.

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