10.03.26 – Schöpker & Dorgeist-Chef
„Mit BLM für Kunden einzigartige Möglichkeiten geschaffen!“
1959 als Stahl- und Röhrengroßhandel gegründet, ist Schöpker & Dorgeist heute in der Anarbeitung breit aufgestellt. Mit der Inbetriebnahme des bundesweit ersten Rohrlasers LT12 der BLM GROUP mit Faserquelle für die Verarbeitung großer Rohre, Profile und Träger hat sich das Münsterländer Unternehmen zudem als Lohnfertiger neu aufgestellt; ein Anwenderbericht...
Die Szenerie beeindruckt: ein Materiallager mit Rohren, Profilen und Trägern unterschiedlicher Querschnitte in einer großen rechteckigen Produktionshalle. Auf einer ihrer kurzen Seiten ist die LT12 der BLM GROUP installiert. Konfiguriert für die Be- und Entladung von Stangen bis 12,5 Meter Länge und mit Gewichten bis 62 kg/m fügt sich dieser Rohrlaser hier perfekt ein. Vor der innovativen Maschine mit 3D-Faserlaserkopf TubeCutter haben die Bediener großzügig Raum – unter anderem Quadrat- und Rechteckrohre, Stahlbauhohlprofile, Stabstahl, Winkelstahl, Träger und U-Profile. Dabei unterstützt sie ein unter der Hallendecke verfahrener Brückenkran. Auch die fertig geschnittenen Teile transportiert er ab. „Unsere Investition in die LT12 war gleichzeitig eine emotionale und eine bewusste Entscheidung. Wir wollten uns in der Anarbeitung neue Möglichkeiten erschließen – ohne unseren Kunden, die selbst mit Lasertechnologie arbeiten, das Wasser abzugraben. Deshalb haben wir uns von den Dimensionen der Materialien her, die wir mit der LT12 verarbeiten können, maschinentechnisch gezielt anders aufgestellt“, blickt Geschäftsführer und Senior-Chef Heinz-Peter Dorgeist in das Jahr 2024 zurück.
Die Rechnung ist aufgegangen: Seit der Inbetriebnahme des High-End-Rohrlasers hat die Schöpker & Dorgeist Stahl- und Röhrengroßhandel GmbH mit Sitz in Ahaus in ihrem Einzugsgebiet ein Alleinstellungsmerkmal.
Stabilität und Effizienz
„Mit der LT12 können wir größere Träger wie HEA 240 oder HEB 200 und Stahlbauhohlprofile mit Abmessungen bis 254x254 mm bzw. 280x150 mm verarbeiten, also Rohre mit hohen Stangengewichten. Das war für uns bei der Entscheidung für diese Maschine tatsächlich das Hauptkriterium“, ergänzt Tobias Dorgeist, Sohn des Geschäftsführers und unter anderem für den Vertrieb verantwortlich. „Sie bringt gegenüber herkömmlichen Verfahren für die Anarbeitung solcher Materialien entscheidende Vorteile mit sich. Vor allem die große Bandbreite an schneidbaren Geometrien bei gleichzeitig Einhaltung enger Toleranzen – im Zehntel-Millimeterbereich – ist beeindruckend. Und das wiederholbar bei hoher Produktivität und Prozesssicherheit.“
Die gesamte Konstruktion der personalarm arbeitenden LT12 ist von der Be- bis zur Entladung konsequent für die Verarbeitung großer, schwerer Rohre mit Wandstärken bis 12 mm im 2D-Schneiden, Profile und Träger bei höchster Qualität optimiert. So unterstützen alle Vorrichtungen entlang der Arbeitslinie stets die zu schneidenden Materialien, was zuverlässig jegliches Durchbiegen der langen Stangen verhindert. Schöpker & Dorgeist verdankt die hohe Genauigkeit aber auch den Active Tools der LT12. Bei ihnen handelt es sich um Zusatzfunktionen, die von der BLM GROUP für die automatische Optimierung der Prozesse ihrer Laserschneidemaschinen entwickelt wurden. Tobias Dorgeist: „Insbesondere Active Scan, Active Weld und Active Marking nutzen wir sehr intensiv.“ Mit Active Scan tastet das Unternehmen alle Rohre ab. Zum Beispiel Verdrehungen gleicht diese Funktion aus, indem sie die Rohre binnen 0,7 s vermisst und sie exakt in der Mitte bearbeitet. „Auch bei verformten Rohren sitzen etwa Bohrungen oder Ausschnitte exakt an den vorgesehenen Stellen“, bringt Heinz-Peter Dorgeist den Vorteil auf den Punkt. Der Ausschuss ist minimiert.
Active Weld erkennt zuverlässig die Schweißnähte der Rohre und richtet sie im Schneidprozess automatisch so aus. So werden die Vorgaben der Kunden zuverlässig eingehalten. Mit Active Marking wiederum lassen sich die geschnittenen Werkstücke mit Texten, Codes oder dynamischen Daten beschriften. „In Kombination mit der Präzision der Schnitte erleichtern die Markierungen die Montagearbeiten unserer Kunden und erhöhen hier die Effizienz sowie die Sicherheit“, so Tobias Dorgeist. Die Werkstücke müssen in keiner Weise nachbearbeitet werden. „Wir laden meist 12-Meter-Stangen in die LT12. Auf ihnen können wir optimal verschachteln und so den Verschnitt minimieren. Die Funktion Restmengenreduzierung gibt uns hier bei manchen Aufträgen zusätzliche Spielräume“, erklärt Tobias Dorgeist. Im Idealfall ist der Abfall auf 113 mm minimiert. Auch das erhöht die Nachhaltigkeit des Prozesses. „Zudem bietet das Arbeiten mit langen Stangen den Vorteil, dass wir weniger Stangen in die Maschine laden müssen – was der Produktivität im Laserschneiden zugutekommt.“ Gleiches gelte für die Prozessoptimierungen mit den Active Tools und für den Komfort der CAD/CAM-Programmier-Software ArTube. Sie erzeugt aus den importierten STEP- oder IGES-Dateien automatisch die Produktionsaufträge für die LT12, die sich vorab in dreidimensionalen grafischen Darstellungen visualisieren und bei Bedarf anpassen lassen.
Fertigteile in einem Durchlauf
Die LT12 ermöglicht Schöpker & Dorgeist bei großen Teilen aber auch völlig neue Möglichkeiten für Bearbeitungen. Unter anderem automatisches Schneiden von Anschnitten oder Ausklinkungen. In Kürze wird die Bohr- und Gewindeschneideinheit Drill & Tap die Funktionalität nochmals erweitern. Mit ihr kann das Unternehmen in einem Maschinendurchlauf Laserschneiden, Bohrungen und Senkungen ausführen sowie Gewinde von M4 bis M10 schneiden: „Müssen Werkstücke mehrfach gehandhabt werden, um verschiedene Bearbeitungen vorzunehmen, leidet die Wirtschaftlichkeit. Häufig auch die Qualität. Das fällt bei der LT12 weg. Mit ihr produzieren wir in einem Maschinengang fertige Rohrkomponenten“, stellt Tobias Dorgeist fest. Mit all dem hat das Unternehmen auch als Lohnfertiger mit eigenem Fuhrpark in seinem Einzugsgebiet etwa 120 km rund um Ahaus deutlich an Attraktivität gewonnen und kann seinen Kunden völlig neue Möglichkeiten bieten – zu wettbewerbsfähigen Preisen. Aber auch hier weitet sich der Kreis: „Wir haben inzwischen auch schon einen Kunden per Stückgutversand beliefert, der etwas weiter weg von uns sitzt“, verrät er.
Tatsächlich gibt es auf dem Markt nicht allzu viele Anbieter, die große Teile aus Rohren, Profilen und Trägern dieser Dimensionen fertigen können. „Gerade hier wollen wir die Möglichkeiten der LT12 konsequent ausspielen und attraktive Angebote entwickeln“, blickt Heinz-Peter Dorgeist optimistisch in die Zukunft. Ein Beispiel sind komplette Baugruppen bzw. -sätze, die das Unternehmen jetzt bei bislang nicht gekannter Flexibilität fertigen kann. In diesem Zusammenhang könnte die Composer-Software der BLM GROUP für es interessant werden. Sie erleichtert das Programmieren komplexer Teile mit sich wiederholenden Geometrien.
Flexibel beim Material
Noch ein Aspekt: Neben großen Werkstücken kann Schöpker & Dorgeist mit seiner LT12 auch kleinere Teile fertigen – aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer oder Messing – und so mit seiner Produktionskapazität metallverarbeitenden Unternehmen mit eigenen Rohrlasern aus der Region bei Engpässen oder Maschinenausfällen zur Seite stehen. Heinz-Peter Dorgeist: „Unser Basis-Fachwissen aus dem Stahlhandel hat uns den Einstieg in das Rohrlaserschneiden erleichtert. Zudem haben wir früher Teile bei Zulieferern eingekauft, die mit Rohrlasern arbeiten. Wir haben uns stets für diese Technologie interessiert.“ Aber nach wie vor befinde man sich in einem stetigen Lernprozess, entdecke mit Hilfe der BLM GROUP permanent weitere Möglichkeiten, die Kunden in der Anarbeitung mit der Lasertechnologie angeboten werden können; dabei ein Thema für die nahe Zukunft: die Integration des ERP-Systems und der Warenwirtschaft mit der MES-Software Prometheus der BLM GROUP. In sie meldet die LT12 die Ist-Produktionsdaten für Auswertungen zurück. Die Anbindung dieser Produktionssteuerung soll den administrativen Aufwand in der Auftragsabwicklung verringern und in der Kalkulation die Genauigkeit erhöhen.




