08.02.22 – ZVEI-Konjunkturbarometer Februar 2022

Auftragsbestände hoch – Material weiter knapp

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Dezember 2021 – auch dank Großaufträgen – nochmals um 34 % gegenüber Vorjahr gestiegen. Im gesamten vergangenen Jahr belief sich das Bestellplus damit auf 24 %.

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Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Produktion, Kapazitätsauslastung, Auftragsbestand, Hemmnisse. © ifo Institut

 
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Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Geschäftsklima. © ifo Institut

 
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Die preisbereinigte Produktion sowie der nominale Umsatz der Branche erhöhten sich im Dezember um 3,5 % beziehungsweise 8,5 %. Vorbehaltlich späterer Revisionen durch Destatis ergibt sich damit für 2021 insgesamt ein Produktionswachstum von 9 % und ein Anstieg der Erlöse um 10 % auf das Allzeithoch von 199,5 – oder gerundet 200 – Mrd. Euro. Mit 88,5 % lag die Kapazitätsauslastung in der Branche mit Beginn des ersten Quartals dieses Jahres so hoch wie im Vierteljahr zuvor. Die Auftragsreichweite ging auf wieder knapp unter fünf Monate zurück, bleibt damit aber historisch hoch. Nur 8 % der Firmen berichten über Auftragsmangel, aber 88 % über Materialknappheiten. Das Geschäftsklima in der heimischen Elektro- und Digitalindustrie ist im Januar 2022 gestiegen. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen nochmals deutlich besser aus als im Dezember 2021.

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Im Detail
Auch Dank Großaufträgen hat die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im Dezember 2021 nochmals 34,1 % mehr neue Bestellungen eingesammelt als im Vorjahr. Die Inlandsorders erhöhten sich im letzten Monat des vergangenen Jahres um 42,0 % und die Auslandsorders um 27,6 %. Aus dem Euroraum gingen 19,8 % mehr Aufträge ein als noch im Dezember 2020. Kunden aus Drittländern steigerten ihre Bestellungen um 32,0 %.

Für das gesamte Jahr 2021 steht damit ein Bestellplus von 23,9 % in den Büchern. Die Auftragseingänge aus dem Inland wuchsen um ein Fünftel (+20,1 %) und die aus dem Ausland um 27,0 %. Während Kunden aus der Eurozone ihre Orders im letzten Jahr um 23,1 % heraufsetzten, legten die Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 29,2 % zu.

Die (preisbereinigte) Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter lag im Dezember 3,4 % über Vorjahr. Im gesamten letzten Jahr wuchs sie um 8,8 % und machte damit den 2020er Verlust ( 6 %) mehr als wett. Für 2022 rechnet der ZVEI mit einem realen Produktionswachstum von 4 %. Mit 88,5 % war die Kapazitätsauslastung in der Branche zu Beginn des ersten Quartals 2022 genauso hoch wie ein Vierteljahr zuvor (damals 88,4 %). Die Auftragsreichweite ist leicht von 5,4 auf 4,8 (Produktions-) Monate zurückgegangen, bleibt damit aber historisch hoch.

Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im Januar nur leicht heraufgesetzt. Allerdings erschweren Versorgungs engpässe weiterhin ihre Umsetzung. Während zuletzt nur 8 % der Firmen über unzureichende Aufträge berichteten, belasten Materialknappheiten und Fachkräftemangel 88 % bzw. 41 % der Branchenunternehmen.

Die Erlöse der heimischen Elektro und Digitalindustrie kamen im Dezember 2021 auf 18,1 Mrd. Euro, womit sie um 8,5 % höher lagen als im Jahr davor. Der Inlandsumsatz stieg um 12,6 % auf 8,7 Mrd. Euro und der Auslandsumsatz um 5,1 % auf 9,4 Mrd. Euro. Die Geschäfte mit Partnern aus dem Euroraum nahmen hier nur leicht um 1,2 % auf 3,1 Mrd. Euro zu, wohingegen der Umsatz mit Drittländern um 7,0 % auf 6,3 Mrd. Euro wachsen konnte. Im gesamten vergangenen Jahr erhöhten sich die aggregierten Branchenerlöse damit um 9,7 % auf den Rekordwert von 199,5 Mrd. Euro. Dabei lagen die Geschäfte mit ausländischen Kunden (+10,5 % auf 105,7 Mrd. Euro) um zwölf Milliarden Euro höher als die mit Partnern aus dem Inland (+8,9 % auf 93,8 Mrd. Euro). Mit der Eurozone wurden 2021 37,7 Mrd. Euro erlöst ein Plus von 8,3 %. Der Umsatz mit Kunden aus Drittländern kam auf 68,0 Mrd. Euro und fiel damit 11,7 % höher aus als im Jahr 2020.

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist auch zu Jahresbeginn gestiegen. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen im Januar 2022 nochmals deutlich besser aus als im Dezember 2021. 60 % der Branchenfirmen bewerteten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation im Januar als gut. 31 % stuften sie als stabil und 9 % als schlecht ein. Was die nächsten sechs Monate betrifft, so gingen 26 % der Elektrounternehmen von expandierenden Geschäften aus. 66 % erwarteten gleichbleibende und 8 % nachlassende Aktivitäten. Die Exporterwartungen waren im Januar ebenfalls freundlicher. Hier stieg der Saldo aus Firmen, die in den nächsten drei Monaten mit mehr bzw. weniger Ausfuhren rechnen, gegenüber dem Vormonat um ganze acht auf +25 Zähler.

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