13.04.26 – Tube-Messe ab heute in Düsseldorf

Schafft KI-Einsatz den allumfassenden Turnaround der Branche?

Konkrete KI-Anwendungen in der Rohr- und Umformbranche eröffnen ungeahnte Chancen. Auf der Tube gibt es hierzu einige Hotspots zu besichtigen.

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Menschenähnliche Roboter gelten als die nächste große Innovation in der Industrie: Der weltweit größte Markt für Industrieroboter, China, hat bereits konkrete Pläne für die Massenproduktion von Humanoiden festgelegt. Gleichzeitig kündigten Technologieunternehmen in den USA und Europa große Investitionsvorhaben in diesem Bereich an. © Neura Robotics

 

Expoldierende Energiepreise, Bürokratie-Auflagen, der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel – die Herausforderungen für die Industrie sind vielfältig und eine Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit. Um sich fitter für den Markt aufzustellen, setzen daher immer mehr Unternehmen auf Künstliche Intelligenz (KI). Auf der Tube und Wire in Düsseldorf, wo speziell auch Hallen der Fasetener-Industrie gewidment sind, können sich Fachbesucher dazu Ideen und Impulse oder gar schon fertige Lösungen abholen.

KI wird zunehmend auch im industriellen Sektor eingesetzt – laut ifo Institut (Institut für Wirtschaftsforschung) bereits von 46,7 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Besonders hohe Nutzungsraten zeigen sich in der Automobilbranche, im Maschinenbau und in der Chemieindustrie. Laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) könnte KI das Produktionspotenzial Deutschlands „spürbar erhöhen“. Keine Überraschung ist es daher, dass sich abzeichnet, dass KI „im industriellen Bereich zunehmend relevant wird“.

Vorhersagen treffen

Bei Trumpf ist KI bereits ein entscheidender Faktor für die Zukunft des Unternehmens: bei seiner Arbeit, seinen Produkten und Dienstleistungen. „KI ermöglicht es uns, Prozesse zu optimieren, die Effizienz zu steigern und unseren Kunden innovative Lösungen anzubieten, die ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken“, erklärt Sarah Engel, Head of AI bei Trumpf. Damit KI allerdings ihr Potenzial entfalten kann, werden große Datenmengen und Lernmechanismen benötigt. Dies ermöglicht KI unter anderem, Daten zu analysieren, Regelmäßigkeiten und Unregelmäßigkeiten zu identifizieren, Vorhersagen zu treffen, Prozesse zu automatisieren, Texte und Bilder zu generieren oder Wissensmanagement zu betreiben. „Wir möchten KI umfassend einsetzen, um in möglichst vielen Bereichen unseres Unternehmens Mehrwerte zu schaffen – etwa im Vertrieb, Personalwesen, bei der Forschung, Entwicklung und in der Fertigung unserer Produkte und Services“, erläutert Sarah Engel vom Maschinenbaukonzern Trumpf.

Ziel von Trumpf ist es, Anwendungsfelder zu identifizieren, in denen KI einen großen Mehrwert schafft. „Diesen wollen wir schrittweise realisieren.“ Der Mehrwert von KI ziehe sich durch sämtliche Unternehmensbereiche und variiere aber je nach Anwendungsfall. „Wir konnten bereits einige Potentiale identifizieren, beispielsweise können wir Kundenanfragen schneller und personalisierter bearbeiten, Trainings kosteneffizienter und umfangreicher anbieten, Software effizienter entwickeln, in der Produktion Kosten und Energie einsparen und dank der Innovationen bei unseren Produkten und Services ein Umsatzwachstum herbeiführen. Die Anwendungsfälle gehen uns nicht aus“, berichtet Sarah Engel. Es gehe vielmehr darum, sie fokussiert umzusetzen und den Mehrwert messbar zu realisieren.

Beispiel Transfluid: Das Unternehmen hat ebenfalls Industrie 4.0 längst im Blick. Es stellt seine Produkte je nach Kundenkreis sukzessive auf die 4.0-fähige Kommunikation um und bietet auch eine entsprechende nachgeschaltete Software an. Die Zukunft hat bei Transfluid also bereits begonnen.

Für breiteren Anwenderkreis

Auch die SMS group betont, dass Digitalisierung und Industrie 4.0 die Rohr- und Drahtindustrie in großem Maße immer mehr verändern wird. SMS setzt KI bereits in der Softwareentwicklung und im Engineering ein und integriert sie gleichzeitig in immer mehr Anwendungen für Kunden. In der Metallindustrie wird künstliche Intelligenz (KI) laut SMS „die digitale Transformation beschleunigen, indem sie fortschrittliche Technologien für einen breiteren Anwenderkreis zugänglicher und intuitiver macht“. SMS hat beispielsweise den X-Pact Digital Hub entwickelt. „Ein neuer Meilenstein auf dem Weg zur vollständig autonomen Produktion in der Metallindustrie“, betont SMS. X-Pact Hub vereint über 300 industrielle Softwareanwendungen sowie Nutzungen durch Drittanbieter auf einer einzigen Plattform. Das Ergebnis ist eine ganzheitliche Prozessoptimierung – mit „erhöhter Produktivität und Effizienz für ganze Produktionsrouten bei gleichzeitiger Überlegenheit gegenüber Stand-alone-Lösungen bei Datenflüssen, Workflows, Regeln und Interoperabilität“.

Mit dem X-Pact Digital Hub bietet SMS group ein einheitliches, skalierbares Software-Ökosystem, „das die Transformation der Metallindustrie hin zur vollautonomen Produktion beschleunigt“, sagt Thiago Turchetti Maia, Executive Vice President, Automation, Digital & Service Solutions, SMS group GmbH. Durch die Konsolidierung von Anwendungen, Datenflüssen und intelligenten Services sowie eine vereinheitlichte Benutzererfahrung bringe SMS Automatisierung und Digitalisierung zusammen. „Der X-Pact Digital Hub hebt damit Produktivität, Stabilität und Nachhaltigkeit für unsere Kunden auf das nächste Level.“

KI-gesteuerte Roboter

Auch der Einsatz von KI bei der Steuerung von Robotern hievt diese auf ein effektives Niveau und optimiert etwa das Schweißen, Biegen und Trennen von Rohren oder den Transport und die Ablage von Produkten. Mit KI verbundene Roboter können selbstständig Entscheidungen treffen und Arbeitsabläufe verbessern – Grenzen verschieben sich und eine größere Wettbewerbsfähigkeit wird möglich. Selbst wenn die Investitionen in dieses Dreamteam aus KI und Robotik nicht geringfügig sind, können sie sich aber laut Experten auszahlen – und zu neuen Hoch-Zeiten führen.

Diese Trends und Highlights und noch viel mehr aus den Industriebereichen Fastener, Draht, Kabel und Rohre sind auf der wire & Tube Expo ab heute zu erleben.

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