02.11.26 – Das Lantek-Interview
Schluss mit Excel-Dateien und Bauchgefühl!
Im Zuge der Euroblech vorletzte Woche standen Lantek-CEO Alberto López de Biñaspre und Deutschland-Vetriebsleiter Christoph Lenhard Rede und Anwtort.
Lantek ist eine führende Smart-Factory-Plattform für die Blech- und Metallfertigung. Das Portfolio umfasst Lösungen für CAD/CAM, MES, ERP, Kalkulation, Analyse und Systemintegration. Sie verbindet Maschinen, Prozesse und Unternehmensmanagement in einer einzigen technologischen Umgebung. BLECH+ROHRE+PROFILE (BRP) hatte je drei Fragen an...
Alberto López de Biñaspre
BRP: Was macht das Angebot von Lantek seit 40 Jahren so einzigartig?
Viele Hersteller liefern ihre Maschinen mit eigener Software. Lantek hat von Anfang an ein Konzept verfolgt, das wir Multivendor-Ansatz nennen: Wir ermöglichen es unsere Anwendern, Maschinen unterschiedlicher Hersteller mit unserer übergeordneten Lösung zu programmieren und Schritt für Schritt ihre gesamte Fertigung zu digitalisieren und immer stärker zu vernetzen.
BRP: Was bedeutet für Sie das Konzept der Smart Factory?
Unser primäres Ziel ist, den Fertigungsalltag effizienter zu machen und die Anwender mithilfe der Digitalisierung von immer wiederkehrenden Aufgaben zu entlasten. Unternehmen – auch in Deutschland – müssen an vielen Stellen ihre Effizienz steigern, weil sie einerseits den internationalen Wettbewerb spüren, ihnen andererseits die Fachkräfte fehlen. Entsprechend sind wir von einem Anbieter einer klassischen CAD/CAM-Lösung für unsere Anwender zu einem Partner geworden, der ihnen eine Plattform mit vielfältigen Software-Modulen anbietet, die alle miteinander vernetzt. Jedes Unternehmen kann nach seinen Bedürfnissen genau die Elemente wählen, die seine Prozesse optimal unterstützen – bis hin zur komplett digitalen Fabrik. Die Datenhoheit des Kunden, die Sicherheit von Informationen und der Datenschutz haben bei Lantek Priorität. Wir arbeiten hier nach hohen Standards und nach ISO 27001 zertifiziert.
BRP: Wohin geht die Entwicklung der Blechfertigung?
Künstliche Intelligenz wird auch in unserer Branche eine immer größere Rolle spielen. Wir möchten sie nicht als Selbstzweck einsetzen, sondern ihre Chancen nutzen – etwa bei der Auswertung großer Mengen historischer Daten zur effizienteren Angebotserstellung oder bei der Ermittlung von Werten, wenn solche Daten fehlen. Auch in der Agentic AI sehen wir Chancen, dass KI künftig nicht nur einzelne Informationen bereitstellt, sondern komplette Prozesse stärker unterstützt.
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Christoph Lenhard
BRP: Ist Lantek nur etwas für IT-Spezialisten und große Unternehmen?
Im Gegenteil. Unser Software-Portfolio ist modular aufgebaut, sodass jeder Neukunde mit dem Modul anfangen kann, das sein dringlichstes Problem löst. Mit unserem Team beraten wir bei der Auswahl, unterstützen bei der Implementierung, schulen das Personal und stehen anschließend als Ansprechpartner und Problemlöser bereit, wenn es irgendwo klemmt. Unternehmen können dann nach Bedarf und in dem Tempo, das zu ihnen und ihren Mitarbeitenden passt, weitere Module hinzunehmen und weitere Unternehmensbereiche digitalisieren.
BRP: Welche Vorteile bietet das den Unternehmen?
Zum einen gibt ihnen unser hersteller- und technologieübergreifender Ansatz die Freiheit, neue Maschinen und Technologien nicht nach der damit gelieferten Software aussuchen zu müssen. Zum anderen profitieren sie von der intelligenten Verknüpfung ihrer Prozessschritte mit einem durchgängigen Datenfluss. Valide Informationen ersetzen Excel-Dateien und auch das berühmte „Bauchgefühl“. Einmal erfasst, können sie Daten innerhalb ihrer Softwareumgebung für unterschiedliche Prozesse nutzen, von der Kalkulation und Angebotserstellung bis zur Fertigung. Das alles vermeidet Übertragungsfehler, spart viel Zeit und steigert die Transparenz.
BRP: Wie schätzen Sie aktuell die Situation auf dem deutschen Markt ein?
Unternehmen sind vorsichtiger bei Investitionen. Wo es früher darum ging, mit neuen Maschinen Kapazitäten auszubauen, richtet sich heute der Fokus mehr auf die Effizienzsteigerung. Hier eröffnet die Digitalisierung in vielen Unternehmen noch ein erhebliches Potenzial: Mithilfe von Daten, Konnektivität und Automatisierung könnten sie ihre vorhandenen Ressourcen besser ausschöpfen.



