26.10.20 – Kantenfräser und -former

Wege zur passenden Kante

Verarbeiter von Dickblechen und Profilen bringen an ihrem Material Kanten oder Rundungen an. Die Gründe dafür sind vielfältig: Oft gilt es, Verletzungsgefahren zu vermeiden, Schweißkanten vorzubereiten oder die Optik nachzubessern. Entsprechend vielfältig ist das Angebot an technischen Lösungen.

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Der Einsatz von Winkelschleifern kann den Arbeiter einer nicht zu unterschätzenden gesundheitlichen Gefahr aussetzen – durch Staubentwicklung, Funkenflug und die schnell drehenden Scheiben. Die erzeugten Kanten können in puncto Gleichmäßigkeit und Qualität stark variieren. © Trumpf

 
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Kantenfräser wie der „Trutool TKA 1500“ lassen sich an geraden Kanten ebenso schnell und effizient einsetzen wie an gerundeten Innen- und Außenkonturen. Die erzeugten Oberflächen sind metallisch blank. © Trumpf

 
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Das Metallhandwerk hat viele Facetten. Der klassische Stahlunterbau mit Schweißkonstruktionen gehört ebenso dazu wie die Herstellung sichtbarer Blechverkleidungen und Designelemente wie Handgeländer oder Displays zur Warenpräsentation. Zugleich legen Branchen wie der Maschinenbau und Transport zunehmend Wert auf optisch schöne Gehäuse. Die für solche Zwecke vorkonfigurierten Bleche und Profile haben häufig scharfe Kanten, die es zu bearbeiten gilt. Doch welche Methoden gibt es dafür und welche eignen sich am besten? Sind generell stationäre Anlagen im Vorteil oder mobile?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, verdeutlicht Philipp Herwerth, Leiter Vertrieb Elektrowerkzeuge Deutschland bei Trumpf: „Stationäre Anlagen haben Vorteile, wenn Betriebe sehr viele wiederkehrende, nicht zu große Bauteile bearbeiten. Dann rechnen sich mitunter auch die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten.“ Variieren die Bleche und Profile stark, ist die Stückzahl gering oder sind die Bauteile sehr groß, ist die stationäre Lösung weniger praktikabel und oft auch nicht wirtschaftlich.

Dann schlägt die Stunde der mobilen Lösungen. Sie sind flexibel einsetzbar und lassen sich auf der Baustelle ebenso verwenden wie in der Werkstatt. Doch auch hier stellt sich die Frage, welches Prinzip für welchen Anwender das richtige Verfahren ist: Fräsen, Stoßen oder Schleifen – also Kantenfräser, Kantenformer oder Winkelschleifer?

Entscheidende Antworten

Für den Anwender gilt es, zu allererst zu überlegen, wie oft Kanten bearbeitet werden und welchen Zweck sie erfüllen sollen. „Ist der Anspruch an die Qualität der Kanten extrem gering und sind nur alle paar Tage mal ein oder zwei Meter Kante zu erzeugen, kann ein Winkelschleifer genügen, weil er oft schon vorhanden und in der Anschaffung günstig ist“, sagt Herwerth. „Allerdings müssen sich Firmenchefs bewusst sein, dass sie ihre Mitarbeiter durch die große Staubentwicklung, den Funkenflug und die schnell drehenden Scheiben einer nicht zu unterschätzenden gesundheitlichen Gefahr aussetzen.“

Das Anlegen der notwendigen Schutzausrüstung kostet zudem wertvolle Arbeitszeit, und das Arbeitsergebnis kann in puncto Gleichmäßigkeit und Winkeltreue stark variieren. Gleiches gilt für die Arbeitsgeschwindigkeit, die je nach Kantenlänge und Material meist recht unterschiedlich ist. Zudem sind die Standzeiten der Schleifscheiben gering. „Für Metallhandwerker, die regelmäßig Kanten erzeugen, ist das keine Option“, stellt Herwerth fest: „Für sie kommen überwiegend Kantenfräser oder -former in Betracht.“

Für Schweißkanten die beste Lösung

Ob ein Kantenfräser oder -former die richtige Wahl ist, hängt primär vom Zweck der Kante ab. Während Kantenfräser als Multitalente gelten, die durch hohe Oberflächenqualität überzeugen und sich für nahezu jeden Einsatz eignen, haben Kantenformer wie die „Trutool TKF“-Baureihe von Trumpf vor allem eine Stärke: Sie erzeugen hochwertige Schweißkanten mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Werkzeuge arbeiten nach dem sogenannten Stoßstahlprinzip – stoßen also in gleichmäßigem Takt Material in vorgegebener Schräge ab. Hierbei entstehen weder Staub, noch Dämpfe oder Gase. Die Wärmeentwicklung ist so gering, dass Gefügeänderungen im Metall ausgeschlossen sind. Ob gerade Blechkanten oder Innenkonturen, ob große oder kleine Werkstücke, selbst Rohre sind einfach zu bearbeiten. Ein Arbeitsgang mit dem TKF reicht aus, um oxidfreie sowie metallisch blanke Oberflächen zu erzeugen. Anwender erhalten auf diese Weise sehr gute Schweißkanten, die die Grundlage für hochbeanspruchbare Verbindungen darstellen. Dabei sind die Verschleißkosten gering.

Als größten Kantenformer verkauft Trumpf den „Trutool TKF 1500“. Er erzeugt Fasenlängen von bis zu 15 mm in einem Arbeitsgang und lässt sich an bis zu 160 mm dicken Blechen einsetzen. Den gewünschten Schrägungswinkel stellt der Anwender stufenlos zwischen 20 und 55 Grad ein. Dann trägt er mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu 2 m/min das Material ab und ist so deutlich schneller als mit einem Winkelschleifer.

Glänzende Kanten fertigen

Kantenfräser der „Trutool TKA“-Baureihe von Trumpf erreichen zum Teil ähnliche Arbeitsgeschwindigkeiten wie Kantenformer. So schafft beispielsweise das größte und neueste Modell „TKA 1500“ bei maximaler Zustelltiefe bis zu 1,5 m/min in Baustahl. Tragen Metallprofis weniger Material ab, sind laut Herwerth bis zu 4 m/min erreichbar. „Dabei fräsen wir an geraden Kanten ebenso schnell und effizient wie an gerundeten Innen- und Außenkonturen.“ Im Ergebnis erhält der Anwender Fasen mit bis zu 15 mm Länge oder Radien von bis zu 4 mm. Dabei lässt sich die gewünschte Fasenlänge über einen 270 Grad stufenlos drehbaren Skalenring einfach und schnell einstellen. Im Hinblick auf die Materialstärke gibt es keinerlei Einschränkungen für den Einsatz der TKA-Werkzeuge.

Die erzeugten Oberflächen sind metallisch blank und verleihen den bearbeiteten Werkstücken ein hochwertiges Aussehen. „Sie eignen sich natürlich auch für Schweißkanten“, sagt Herwerth. „Dafür sind sie aber fast zu schön und in puncto Werkzeugverschleiß auch teurer, als wenn sie mit Kantenformern erzeugt werden. Aber überall, wo Sichtkanten entstehen, Schnittgrate sauber zu entfernen sind oder Fasen für eine nachträgliche Pulver- und Lackierbeschichtung gebraucht werden, ist der TKA unschlagbar.“ Dementsprechend sind Metall-, Stahl-, Fahrzeug-, Schiff- oder Bahnbauanwendungen prädestiniert für den Einsatz dieser mobilen Fräswerkzeuge.

Im praktischen Einsatz erweisen sich die ergonomisch gestalteten Halterungen des neuen TKA 1500 als hilfreich. So liegt etwa der vordere Führungsgriff nur 9 cm von der Arbeitsfläche entfernt, wodurch die Führungshand nahe an der Bearbeitungsfläche ist und eine stabile Maschinenführung ermöglicht wird. Darüber hinaus sind Griffform, Größe und Positionierung so gewählt, dass der Anwender größtmögliche Stabilität bei optimaler Druckausübung erreicht.

Um möglichst lange Standzeiten der Verschleißteile zu gewährleisten, setzt Trumpf im TKA 1500 mehrschneidige Wendeplatten ein, die sich für Einsätze in Baustahl, Aluminium oder Edelstahl eignen. Dank des integrierten Sanftanlaufs funktioniert das Anschalten stets weich, ein Überlastschutz verhindert zudem die Überhitzung des Motors selbst im Dauereinsatz.

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